Kontakt
   Interview    Bewusst online sein – Interview mit Marcus Schumacher

Bewusst online sein – Interview mit Marcus Schumacher


‘Nur mal kurz noch schnell Mails checken, ach da hatte ja auch noch jemand bei Insta geschrieben, muss ich auch grad noch beantworten, oh… und der Beitrag muss ja noch online gehen…’ und Schwupps, versinken wir in einem Browser Tab nach dem anderen, das Ziel völlig aus den Augen verlorgen.

Wir leben in einer Zeit, wo es wichtiger als jemals zuvor ist bewusst online zu sein. Und möchten wir das nicht alle? Bewusst online sein? Ich habe Marcus mit seinem Instagram Account vor ein paar Wochen entdeckt und ich freue mich total, euch ihn und seine Mission vorzustellen.


Hey Marcus, stell dich selbst doch kurz mal vor, wer bist du und was machst du so auf Instagram?

Ich bin Marcus, 23 Jahre alt und befinde mich aktuell in den letzten Zügen meines Master-Studiums. Parallel arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen in der Energiebranche. Seit Ende 2019 poste ich Tipps und Tricks zu einem bewussten digitalen Leben auf verschiedenen Plattformen. Alle Tipps zum bewusst online sein, habe ich selbst getestet.


Wie und von wo arbeitest du? Wie sieht dein Arbeitsplatz aus

Wie angesprochen mache ich das „nebenbei“ und hauptberuflich etwas anderes. Dabei arbeite ich viel in Cafés oder an meinem Schreibtisch. Glücklicherweise habe ich in meiner Wohnung auch Platz für ein kleines Studio, in welchem ich meine Clips aufnehme.


Dein Thema ist ja ein sehr aktuelles, wie bist du darauf gekommen?

Master, Arbeit, Freizeit und dieser Blog – das nimmt alles relativ viel Zeit in Anspruch. Entsprechend schaue ich konstant, wie ich mir etwas freie Zeit schaffen kann. Dabei nimmt besonders die Zeit am Handy eine wichtige Rolle ein. Außerdem habe ich mich manchmal einfach über mich selbst geärgert, wenn ich mal zu viel auf Instagram herum gescrollt habe. Ein kompletter Verzicht kommt für mich nicht infrage – dementsprechend möchte ich mit dem bewussten digitalen Leben einen Mittelweg zeigen.


Beherzigst du selbst auch alle Empfehlungen, die du gibst? 

Ich Alle Tipps gleichzeitig zu befolgen macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Es kommt immer auf die jeweilige Lebenssituation an. Aktuell teste ich immer drei Aufgaben für eine Woche und schaue am Ende was am besten funktioniert hat. So habe ich erst kürzlich für eine Woche mein Smartphone auf Schwarz-Weiß gestellt. In dieser Zeit hatte ich so gut wie keine Lust auf Social Media. Grundsätzlich kann ich auch nur empfehlen nicht zu viel auf einmal zu verändern.


Instagram, Facebook, LinkedIn, YouTube, Twitter – das sind alles Plattformen, auf denen man nahezu alltäglich Inhalt bringen muss, um dort Fuß zu fassen.

Was würdest du jemandem raten, der gerade sein Unternehmen aufbaut, Marketing auf einer oder mehreren Plattformen betreiben muss, aber trotzdem bewusst online sein möchte?

Das Zauberwort hier ist meiner Erfahrung nach Priorisierung. So würde ich am Anfang erstmal auf jeder Plattform präsent sein und für das Medium typische Inhalte meiner Nische posten. Dort wo es am besten funktioniert, würde ich folglich auch am meisten Zeit investieren. Wenn die einzelnen Profile untereinander verlinkt sind, profitieren auch die Zahlen auf den anderen Plattformen davon. Es ist außerdem immer noch einfacher, wenn man selbst sein bester Kunde wäre. So benötigt es etwas weniger analytischen Aufwand und wir können uns wesentlich besser in unsere Zielgruppe hineinversetzen.

Vor kurzem habe ich das Buch „Deep Work“ von Cal Newport gelesen. In diesem beschreibt er, dass wir Zeitfenster von jeweils ca. 60 Minuten am Stück fokussiert an einer Sache arbeiten sollten, um optimale Ergebnisse zu erzielen. So betreibe ich meinen Auftritt nicht nebenbei im Laufe des Tages, sondern mache das konzentriert für 45-60 Minuten am Stück pro Tag. Wenn es um die Erstellung von Inhalten geht, kann ich jedem nur empfehlen an guten Tagen so viel wie möglich an Content vorzuproduzieren. Davon profitiere ich in stressigen Zeiten immens.


Für mich ist Instagram Arbeit. Ich versinke schnell aber auch mal im scrollen und „Was machen die anderen eigentlich so“. Hast du einen Tipp für mich, wie ich da besser mit umgehen kann?

Grundsätzlich ist es ja auch in Ordnung, die sozialen Medien so zu nutzen, wie sie genutzt werden sollen. Auch zu schauen, was andere so machen und sich Inspirationen zu holen ist sicherlich hilfreich.

Ich setze mir auch Limits für die Apps. Dabei erscheint nach einer gewissen Zeit der erste Reminder, bevor anschließend die App gesperrt wird. Zusätzlich stelle ich für die erwähnten 45-60 Minuten einen Timer, in welchem ich fokussiert mit meiner Community interagiere.

Zuletzt schaue ich regelmäßig, welchen Profilen ich folge. Die Frage nach dem Warum steht dabei im Mittelpunkt. Wenn mir Inhalte des Profils nicht gefallen, ich keine Verbindung zu der Person habe oder keinen Mehrwert bringen, entfolge ich diesen Personen.


Kennst du Beispiele von Unternehmern, die ihre Zeit bewusst nutzen um on- und offline zu sein?

Ich bin der Meinung, dass jede Person, die im Internet erfolgreich Geschäfte machen oder eine Präsenz aufbauen möchte entsprechend viel Aufwand betreiben muss. Besonders am Anfang kann fehlendes Kapital oder Wissen nur durch Zeitaufwand kompensieren. Hier gibt es also keine einfache Lösung. Wenn man den Anfang durchhält, können mit der Zeit einige Aufgaben an andere Personen delegiert werden und das on- und offline sein vereinfacht werden.

Ich kann zu dem Thema z. B. den YouTuber Matt D´Avella empfehlen, der sich auch mit diesen Themen beschäftigt. Er hat Millionen Follower und war dennoch vor einiger Zeit für 30 Tage komplett offline. Offline sein kann also gut funktionieren.


Inhalte erstellen, posten, bewusst online sein und offline sein. Was sind deine drei persönlichen Tipps um die eigene Zeit sinnvoll und effizient zu nutzen?

Der größte Hebel hierbei ist das Vorproduzieren. Es kommt natürlich immer darauf an, welche Inhalte man teilt, z. B. bei Stories ist das nicht ganz einfach. Wohl aber bei Posts, Videos oder Blogartikeln produziere ich bei ruhigen Zeiten so viel wie möglich. So kann ich mein Stresslevel deutlich reduzieren. Weiterhin evaluiere ich regelmäßig, was am besten läuft und passe meine Inhalte dementsprechend an. Hier arbeite ich nach der 80/20 Regel, wonach 20 % der Posts 80 % des Erfolgs ausmachen. Diese 20 % gilt es zu identifizieren.

Zuletzt plane ich meine Woche immer im Voraus und nehme mir dafür sonntags 30 Minuten Zeit. Dafür habe ich ein Whiteboard gekauft, welches mit den Aufgaben und Ereignissen befüllt wird. Die Tätigkeiten für die einzelnen Bereiche kann ich so besser einplanen.


Zum Schluss noch ein Tooltipp von dir:
Welches Tool benutzt du am liebsten für dein Business?

Für das Erstellen von Inhalten kann ich Canva empfehlen. Hier kann man bereits in der kostenlosen Version viele gute Materialien für Social Media und andere Anlässe (z. B. das eigene Logo) erstellen.

Vielen Dank Marcus!

Marcus Schumacher teilt auf Social Media Inspiration für dein bewusstes digitales Leben.

Instagram: @bewusst_digital_leben
YouTube:
Bewusst Digital Leben

Post a Comment