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   Interview    Social Media in der Krise

Social Media in der Krise


Corona. Und alle so: Ich mach’ Social Media in der Krise. Das Beste, was du machen kannst, zur Zeit. Menschen sind (traurigerweise) mehr an ihren Handys und im Internet unterwegs. Verübeln, kann man es ihnen aber nicht. Aber wie mache ich Social Media in der Krise? Vor allem, wenn ich keine Ahnung habe? Thank God für Social Media Experten!

Social Media Experten gibt es wie Sand am Meer. Ich habe aber noch keinen gesehen, der so bewusst selbst “social media’t” wie Nancy. Vielleicht liegt es daran, dass sie hochsensibel ist und sehr reflektiert. Vielleicht hat sie, anders als ich, ihr Leben aber auch einfach unter Kontrolle.


Hey Nancy, stell dich doch mal kurz vor und erzähl mal, wie du zu dem gekommen bist, was du hier auf Instagram zeigst!

Das ist eine total interessante Frage und eigentlich auch eine total coole Aktion gewesen. Ein Bekannter von mir ist ziemlich erfolgreicher Auto-Verkäufer gewesen und dachte sich irgendwann: „Nö, ich habe jetzt Bock eine private Drogerie zu eröffnen.“ Und ich dachte mir so: „Willst du mich verarschen?“. Er meinte dann zu mir, dass ich die Werbung übernehmen werde. Also dachte ich: Versuchen wir das mal – mit Facebook. So hab ich dann einen Facebook Account für ihn aus dem Boden gestampft und betreut. Das lief so gut, dass wir nach zwei Jahren eine zweite Filiale aufmachen konnten. 

Wir machen alle Beiträge, Werbeanzeigen über Facebook wir nutzen keine Printanzeigen mehr, keine Offline Werbung. Das hat mir so viel Spaß gemacht: Kostenlos kann man über Social Media auf sich aufmerksam machen und einfach alles in die Welt raus transportieren. Das wollte ich für noch mehr Unternehmen machen, habe 2019 gekündigt und bin jetzt selbstständig!


Warum denkst du, dass Social Media in der Krise, vor allem für Unternehmer, NOCH wichtiger ist als jemals zuvor?

Ich glaube gerade jetzt in der Krisenzeit, sehnen sich unsere Kunden danach, mit uns in Verbindung zu bleiben. Und alle Unternehmen, die jetzt keine Social Media Plattform haben, werden es während der Krise schwer haben, in den Köpfen der Kunden zu bleiben. Und danach wird es schwierig, wieder in die Köpfe der Kunden zu kommen.

Es gibt viele Unternehmen, die es jetzt richtig machen und trotz Filialschließung die Kunden über Social Media oder Newsletter Up-To-Date halten, Lieferservice anbieten und somit im Kopf bleiben. Nach der Krise, werden Kunden zu den Unternehmen gehen, die auch jetzt sichtbar sind. Deswegen ist jetzt so wichtig omnipräsent zu sein!


Welche Plattform nutzt du selbst, als Social Media Expertin und welche würdest du empfehlen?

Sehr gute Frage, ich selbst habe beinahe überall einen Account: LinkedIn, Twitter, Instagram, Twitter, Xing, Pinterest,… Aber so richtig schlägt mein Herz für Instagram, weil hier die unterschiedlichsten Branchen vertreten sind. Ganz viele tolle Brands und Unternehmen, können wir über Instagram finden. Dadurch sind natürlich auch alle Zielgruppen vorhanden.

Ganz viele sind von Facebook zu Instagram rübergekommen, um einfach mal was neues auszuprobieren. Ich vermute, zu 95% (oder noch mehr), dass die Leute von Instagram früher oder später zu TikTok wechseln werden.

Ich feier TikTok so sehr! Eine super spannende und lustige Plattform. Ich selbst konsumiere eher, als selbst Inhalte zu produzieren. Und natürlich beobachte ich den Markt.


Häufig liest man diesen Begriff “Social Media Strategie”. Die wenigsten können sich etwas darunter vorstellen. Kannst du das kurz erklären?

Dazu hätte ich jede Menge zu erzählen. Kurz gefasst: Viele müssen sich zuerst mal damit beschäftigen, was sie erreichen wollen. Bekanntheit steigern? Onlinekurs verkaufen? Kundenbindung? Markenbekanntheit? Man sollte sich zuerst überlegen: Was will ich? Für wen will ich das? Was kann ich als Person dazu beitragen?

Und wenn ich das für mich definiert habe, kann ich raus in die Welt gehen. Man kann nichts vermarkten, verkaufen oder nach außen tragen, wenn man selbst nicht weiß, was man da macht. Wenn dass dann sitzt, kann man anfangen, die anderen vielen, tollen Dinge zu kreieren.


Welcher Moment hat denn deine eigene Social Media Präsenz nachhaltig verändert?

Meinen Aha-Moment hatte ich, als ich gemerkt habe, wie wichtig auch hier ein Netzwerk ist. Das es hier nicht um Konkurrenz geht, sondern um Kooperation. Da konnte ich den Gedanken endlich wegwerfen, dass ich bei anderen nicht mehr so viel gucke und besser bin als “die” und stattdessen sich einfach zu vernetzen, zu kooperieren. Wir haben Gewinnspiele zusammen erarbeitet oder Templates. Dieses Netzwerk und die Community ist einfach so wichtig. Klar, braucht das Zeit. Das ist eben genau wie offline ein Netzwerk aufzubauen. Man muss Kontakte pflegen und gut behandeln und bekommt dann auch etwas zurück. Leben ist geben und nehmen!


Wie strukturierst du deinen Tag, um den Fokus zu behalten und abends glücklich ins Bett gehen zu können?

Puh, ich sag dir: Den Fokus zu behalten ist bei den ganzen Benachrichtigungen gar nicht so einfach. Da eine Nachricht, da ein Herz, hier ein Kommentar…

Ich habe feste Social-Media Zeiten, die ich mir im Kalender blocke. Unter anderem nehme ich mein Handy z.B. erst dann in die Hand, nachdem ich den ersten großen Block abgearbeitet habe, dass ist so um die Mittagszeit. Ich fange dann mit dem beantworten von Kommentaren und Nachrichten an, ganz zielgerichtet. Außerdem interagiere ich für eine bestimmte Zeit und stelle mir dann einen Wecker. Sobald der klingelt ist meine Social Media Zeit vorbei.

Das ganze wiederhole ich dann abends nochmal. Meine Storys sammle ich über den Tag verteilt und poste sie dann im Gesamten abends.


In deinem Profil steht Team #hochsensibel. Was bedeutet das für dich?

Ich möchte mit dem Thema “Hochsensibel” einfach rausgehen und teilen, dass auch als Hochsensible Person ein Leben mit Social Media Sinn macht und möglich ist. Vor allem, wenn ich ein Herzensbusiness habe, was ich in die Welt raustragen möchte. Gerade weil ich selbst hochsensibel bin.

Das fühlt sich oft so an, als würden alle Informationen und Eindrücke ungefiltert in meinen Kopf kommen. Da eine Nachricht, hier eine E-Mail, jetzt ploppt schon wieder ein Kommentar auf… Ich weiß, dass das ein mega Struggle ist. Aber ich habe eben auch Tipps und Tricks über die letzten Jahre gesammelt, mit denen ich anderen Hochsensiblen Personen helfen kann.

Ich selbst bin jedes Wochenende offline und es hat fast noch niemand gemerkt.


Okay, Throwback: Vor 10 Jahren, was hast du da gedacht, machst du heute beruflich?

Kann ich dir sagen. Vor zwei Jahren habe ich noch gesagt: Ich bin die letzte die sich selbstständig macht!

Ich bin so ein Schisser und liebe Struktur und Sicherheit. Mittlerweile bin ich so viel gereist und rumgekommen, dadurch habe ich gemerkt, dass ich meine “innere Wahrheit” nicht lebe. Dass da so viel Potenzial schlummert, was ich nicht nutze… Daran bin ich fast kaputt gegangen und bin die ersten Schritte gegangen um mich zu informieren. Manchmal muss man einfach nur machen.


was ist dein Absoluter Tooltipp? Ohne Was könntest du dein Business nicht mehr führen?

Ganz einfach: Canva. So unglaublich, dieses Tool! Damit gestalte ich alle meine Grafiken für Instagram, Facebook, Newsletter, PDF-Dateien – ALLES! Ohne Canva, wäre ich richtig aufgeschmissen. Und Canva ist kostenlos, man kann mit der Free-Version richtig viel machen. Ich selbst habe die bezahlte, aber die braucht man nicht zwingend. Unbedingt ausprobieren!

Vielen Dank Nancy!

Nancy hilft Selbständigen dabei eine Social Media Strategie zu entwickeln und Instagram, Facebook und Co für sich zu nutzen, um sichtbarer zu werden.

Instagram: @global_refresh
Webseite:
www.global-refresh.de

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